FJARILL - Kom Hem


Es ist nicht einfach für das Duo Fjarill, die passende Schublade für diese Musik zu finden. Popmusik mit schwedischen Texten? Weltmusik aus Südafrika und Skandinavien? Vocaljazz? Es scheint immer schwierig zu sein, für diese zarte und kraftvolle Musik, die so besonders und einzigartig daherkommt, eine Kategorie zu finden. Aber Schmetterlinge gehören auch nicht in Schubladen! Sechs gemeinsame Alben, Weltmusikpreise, hunderte Konzerte in ganz Europa - Fjarill hat viel erreicht. Am 6. April erscheint Album Nummer sieben: KOM HEM. Ein Album über die Heimat.
Aino Löwenmark & Hanmari Spiegel (Geige, Gesang) erinnern sich:

Im letzten Sommer saßen wir in Hamburg, mitten im lebendigen Schanzenviertel in einem syrischen Restaurant. Die Halloumis, die von einer syrischen Mama zubereitet wurden, waren hervorragend, aus den Lautsprechern kam arabische Musik. Wir sprachen über unser nächstes Album. Wir hatten erst eine vage Ahnung, wo die Reise hingehen sollte. Erst ein Song war entstanden - so wie das meistens passiert: einfach so aus dem Nichts. "Stockholm" hieß er und er war voller Sehnsucht. Sehnsucht nach einer Heimat.

Heimat? Was ist das eigentlich. Wir schauten uns um. Die syrische Mama mit ihren Halloumis, gegenüber der Italiener mit dem besten Kaffee in der Schanze, die Hauswand, auf der nebeneinander das kubanische Symbol Che Guevaras und das des FC St. Pauli gesprayt war und mittendrin wir: Die Schwedin und die Südafrikanerin - mitten in der Wahlheimat und doch so weit von ihr entfernt…

Uns wurde bewusst, um nach Hause zu kommen, muss man erst einmal wegfahren. Manchmal bleibt man in der Fremde und macht sie zu einem neuen Zu Hause. Manchmal verirrt man sich. Vor zwei Jahren hätte sich Fjarill beinahe aufgelöst. Wir hatten uns verirrt. Doch Fjarill ist in den vergangenen 15 Jahren für uns auch eine Heimat geworden und so etwas zerstört man nicht. Wir hatten den Mut und haben das Schmetterlingshafte hinter uns gelassen. Unsere Musik hat jetzt Ecken und Kanten und dennoch lieben wir es am meisten, wenn wir zweistimmig singen. Wir fanden mehr Dissonanzen und noch mehr Melancholie. Und der Mut machte uns risikobereit....